Meine Serien-Linktipps (70)

Ziemlich viel Begeisterung sprüht aus den Texten, die ich in dieser Woche für die Serien-Linktipps gefunden habe. Begeisterung für Altes, aber auch für Neues. Dazu noch einen Rant in Video-Form. Frohes Lesen!

(via Giphy)

Wow!„The Leftovers“ ist nach drei Staffeln zu Ende gegangen. Und das Finale soll perfekt gewesen sein. Das schreiben zumindest sehr viele US-Kritiker, die der Serie schon seit Monaten verfallen sind. Ich muss gestehen, dass ich in Staffel 1 ausgestiegen bin, weil mir die Serie zu nahe gegangen ist. Aber: nach dem Lesen der vielen Lobeshymnen habe ich beschlossen, erneut einzusteigen. Besonders empfehlenswert für alle, die wie ich die Serie nicht oder nur teilweise gesehen haben: die Lobeshymne von Todd VanDerWerff mit dem bescheidenen Titel „‚The Leftovers‘ is one of the best TV shows ever made“ Dann werde ich die schmerzhaften Gefühle wohl einfach aushalten müssen. In Staffel 2 wird es offenbar leichter zu ertragen, heißt es zumindest in dem Text.
Wer die Serie kennt, für den könnten die drei folgenden Stücke interessant sein – Achtung, hinter folgenden Links verbergen sich Spoiler:
– Ein Interview mit Showrunner Damon Lindelof.
– Ein Interview mit Hauptdarstellerin Carrie Coon.
– Ein Blick hinter die Kulissen des Drehs für das Finale.

Oh. – Bei Netflix verändert sich gerade einiges. Erst wird „The Get Down“ nach einer Staffel beendet. Dann sagt Chef Reed Hastings, dass sie mehr Serien früher einstellen sollten. Und dann wird verkündet, dass „Sense8“ nach Staffel 2, die gerade veröffentlicht wurde, nicht verlängert wird. Trotz des Riesen-Cliffhangers am Ende der Staffel. Die Fans sind entsetzt und einige fordern in einem offenen Brief Netflix auf, dieser besonderen Serie noch eine Chance zu geben. Rational betrachtet könnte man sagen: Netflix hat einfach zwei seiner teuersten Serien beendet. Weniger rational sieht das Maureen Ryan, TV-Kritikerin von „Variety“. Wenn man in Betracht zieht, welche Serien außerdem in letzter Zeit eingestellt wurden, befürchtet sie, dass da ein Trend heraufziehen könnte: „Are inclusive shows in danger?“

Achja. – 15 Jahre ist es her, dass „The Wire“ gestartet ist. Noch immer eine Ausnahme-Serie – trotz der vielen sehr guten Serien, die seitdem entstanden sind. Sonia Soraiya von „Variety“ findet: Wir brauchen 2017 ein neues „The Wire“. Dringend. Warum, das erklärt sie ausführlich in ihrem Text.
Im „Observer“ ist eine große Reportage über Baltimore erschienen, die Reporter sind der Frage nachgegangen, wie sich die Stadt, in der „The Wire“ damals spielte, nun entwickelt hat.

Hach. – Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie begeistert ich von „American Gods“ bin. Jede Woche wieder. Ein Video und zwei lesenswerte Texte kann ich dieses Mal empfehlen.
– Im Video wird erklärt, welche Mythologien hinter den einzelnen Göttern stecken, die in der Serie und im Buch vorkommen. (Danke an @wiederspielwert für den Hinweis!)
– Eine ausführliche Geschichte über die Figur Laura Moon (Achtung, Spoiler für die bereits gesendeten Folgen!), die sich zum heimlichen Star der Serie entwickelt hat und eine größere Rolle spielt als im Buch.
– Ein Text (Achtung, Spoiler für die bereits gesendeten Folgen!) darüber, warum sich die Showrunner für diese besondere Jesus-Figur in Folge 6 entschieden haben.

Oh. – Die Figur Erlich Bachman wird von „Silicon Valley“ Abschied nehmen. Schnüff. Dass das so ist, ist ja schon seit einiger Zeit bekannt. Jetzt hat Schauspieler T.J. Miller in einem „Entertainment Weekly“-Interview erzählt, warum er nicht weiter mitspielen wird.

Ach. – So sieht die Zukunft aus, sagt „Variety“: „10 TV stars to watch in 2017“

Ach! – Schon wieder „Variety“, jetzt mit einem Text darüber, dass bei den Emmys 2017 zum ersten Mal neue Serien abräumen könnten, weil es so viele starke Neulinge gebe. Bisher hieß es immer, dass eine Serie reifen müsse, um einen Emmy zu bekommen. „Make room for the freshman dramas at the Emmys this year“

Ohje. – Für die US-Networks wie NBC, ABC oder CBS sah die Serien-Saison, die vergangene Woche zu Ende gegangen ist, quotenmäßig sehr düster aus. Abgesehen von ein paar Highlights. Eine interessante Analyse von „Buzzfeed“-Reporterin Kate Aurthur.

Oh!„Sherlock“? „Das ist doch Müll!“ Diesen Satz würde ich mal als, äh, mindestens provokant bezeichnen. Der Youtuber Hbomberguy ist bekannt dafür, dass er Filme und Games dekonstruiert. Und nun hat er sich „Sherlock“ vorgenommen. Wie Hbomberguy die britische Serie auseinandernimmt, ist auf jeden Fall sehr aufschlussreich – selbst für Leute, die „Sherlock“ mögen (zu denen ich übrigens auch gehöre):

Und zum Schluss noch ein paar News:

  • Julia Roberts könnte eine der Hauptrollen in „Homecoming“ spielen – die Serien-Adaption des gleichnamigen fiktiven Podcasts von Gimlet. Sam Esmail („Mr. Robot“) soll die Serie umsetzen. Vielversprechend.
  • Es sieht danach aus, dass die achte und letzte Staffel von „Game of Thrones“ erst 2019 gesendet wird. Ungeduldig.
  • Netflix hat „Sense8“, die Serie der Wachowski-Schwestern, nach der zweiten Staffel eingestellt. Beendet.
  • Netflix hat noch ein Ende verkündet: „The Get Down“ wird nicht weitergehen. Beendet.
  • „13 Reasons Why“-Showrunner Brian Yorkey hat ein paar Infos über Staffel 2 ausgeplaudert. Das Wichtigste: Die Hauptfigur Hannah wird wieder bei sein.  Interessant.

Ich habe auch einen Newsletter! Wer möchte, kann meinen Serienkram hier abonnieren: 

* = Pflichtangabe

2 Kommentare

  1. Sehr interessanter Video-Link zu Sherlock! Was für eine Dekonstruktion – ich bin Sherlock-Fan, aber recht hat er. Die vielen losen Enden, Plots, die ins Nichts führen, der ewige Moriarty, wie Mofftiss weibliche Figuren im Allgemeinen behandeln (Hauptsache, Handlung vorantreiben, Johnlock irgendwie stressen) und die völlige Abwesenheit von sowas wie Logik in der neuen Staffel (allein: wie kommt er von Sherrinford nach Musgrave??!) – genossen hab ich’s trotzdem. Aber eine 5. Staffel wäre wohl wirklich keine gute Idee…

    1. Danke!
      Ja, ich finde auch, dass da sämtliche Mängel, die „Sherlock“ hat, gut erklärt sind. Ein Gedanke, der im Video vorkam und den ich so bisher noch nicht hatte: Moffat und Gatiss hatten ein riesiges Budget und haben das teilweise an Stellen ausgegeben, wo es der Geschichte nicht genützt hat. In dem Zusammenhang ein spannender Vergleich zur „Doctor Who“-Folge „Blink“.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*