Meine Serien-Linktipps (86)

Die Serienkram-Pause hat leider länger gedauert als geplant, aber jetzt geht’s hier wie gewohnt weiter. Und, keine Sorge, ich überschwemme Euch nicht mit einer langen Liste von Serien-Linktipps, nur weil sich in den vergangenen Wochen so viel angesammelt hat. Nein, ich habe sehr streng aussortiert. Es geht um neue „Star Wars“-Pläne, die überragende Serie „The Good Place“, Erinnerungen und Lehren aus „Breaking Bad“, einen bedenklichen Trend bei Amazon und Co., positive Entwicklungen bei der Darstellung von lesbischen Figuren, Wunderliches bei „Friends“ und noch mehr. Frohes Lesen!


(via Giphy)

Ohje. – David Benioff und D.B. Weiss – allüberall verehrt für ihre Erzählkunst in „Game of Thrones“ – werden eine „Star Wars“-Film-Reihe schreiben. Ich war beim Lesen der Nachricht anfangs zugegebenermaßen etwas verwirrt, um welche Reihe es da genau gehen soll, denn ich hatte bereits andere Namen im Kopf, die ebenfalls an weiteren „Star Wars“-Filmen arbeiten. Aber offenbar denkt man sich beim Disney-Konzern: Es kann nie zu viele „Star Wars“-Geschichten geben. Maureen Ryan, Chef-TV-Kritikerin, bei „Variety“ hat sich nach dem Bekanntwerden des Deals mal genauer angeschaut, wer bisher alles an den „Star Wars“-Produktionen beteiligt war: Die Regisseure und Autoren waren zu 96 Prozent weiße Männer. In ihrem lesenswerten Kommentar führt sie nicht nur aus, warum Diversität der Reihe guttun würde, sondern auch, welche Vorbehalte sie gegenüber Benioff und Weiss hat.

OHJA!!!! – Die Serie, die mich derzeit am meisten begeistert, ist „The Good Place“. Sie ist witzig, klug, überraschend, geht ans Herz und – ja! – ist lehrreich auf eine ganz besondere Art (Kant! Kierkegaard!). Mit dieser Meinung bin ich ganz offensichtlich nicht allein. Denn rund um das Finale der zweiten Staffel am 1. Februar sind viele, viele, sehr viele Texte erschienen, in denen verschiedene Aspekte der Comedy-Serie begeistert hervorgehoben werden. Natürlich fiel mir da die Entscheidung nicht leicht, welche Texte ich für die Serien-Linktipps auswählen soll. Deswegen sind es – *hüstel* – fünf geworden.
– Zuerst ein spoilerfreier Text für alle, die die Serie bisher nicht kennen: „‚The Good Place‘ shows that a comedy can also tackle morality“
– Was soll das Staffelfinale nun bedeuten? Carolin Famke von „Vox“ hat zwei mögliche Szenarien aufgeschrieben. (Achtung, Mega-Spoiler!)
– Was macht diese Serie eigentlich so besonders? Eine treffende Betrachtung von James Poniewozik von der „NY Times“ – Achtung, Spoiler für die erste und zweite Staffel: „How ‚The Good Place‘ became an antihero antidote“
– Das außergewöhnliche Ensemble ist ein wichtiger Grund, warum die Serie so gut ist, meint Angelica Jade Bastien von „Vulture“ – Achtung, Spoiler für die erste und zweite Staffel: „‚The Good Place‘ has the best acting ensemble on TV“
– Eine Besonderheit: die viele, vielen Twists. Die nicht nur wirklich überraschend sind, sondern auch die Prämisse der Serie immer wieder in Frage stellen – Achtung, Spoiler für die erste und zweite Staffel: „All the ways ‚The Good Place‘ has blown its own premise“
Sollte hier noch jemand mehr „The Good Place“-Texte lesen wollen: Ich habe noch ein paar Asse im Ärmel, die ich gerne verteile. 😉 Einfach in die Kommentare schreiben, dass noch Bedarf besteht oder mich antwittern.
Nachtrag: Ab Donnerstag läuft „The Good Place“ übrigens auf Sixx in Doppelfolgen. Wer das Original bevorzugt (ich habe keine Ahnung, wie gut die deutsche Synchronisation ist): Die Sie gibt’s auch bei iTunes, Amazon oder Maxdome.

Hach! – Kommen wir zu einer weiteren überragenden Serie: „Breaking Bad“. Zehn Jahre ist es jetzt her, dass dieses kleine Meisterwerk gestartet ist. (Wobei ich gestehen muss: Zwischendurch brauchte ich eine „Breaking Bad“-Pause, weil mir die selbstzerstörerischen Züge von Walter White und der einhergehende Niedergang seiner Familie zu nahe gegangen ist.) Zwei Texte kann ich zu dem Jubiläum empfehlen:
– Die „Oral History“ von „Esquire“: Showrunner und Erfinder Vince Gilligan, Hauptdarsteller Bryan Cranston und Aaron Paul und andere Mitwirkende erinnern sich, wie es damals war, die Serie zu drehen. Sehr langer Text, der sich aber lohnt.
– Ein Blick auf die TV-Landschaft damals und heute: Paul McInnes vom „Guardian“ hat sich angeschaut, warum „Breaking Bad“ so ein Erfolg werden konnte.

Das war leider zu befürchten … – Amazon hat mit „I love Dick“ oder „One Mississippi“ und anderen einige beliebte Nischenserien eingestellt. Und ist damit nicht der einzige Streaminganbieter, der Serien für ein Nischenpublikum absetzt. Was steckt dahinter? Eine Analyse von Josef Adalian von „Vulture“.

Wie schön! – Das Online-Magazin „Autostraddle“ hat sich den Umgang mit lesbischen und bisexuellen Charakteren im US-Fernsehen genauer angeschaut. Und kommt zu einem hoffnungsvollen Ergebnis: „In 2017, lesbian and bisexual characters did pretty OK, and that’s a pretty big deal“ Wer wenig Zeit hat: Einfach den Text bis zu den Infografiken lesen, der ist wirklich aufschlussreich (sowohl die Bestandsaufnahme als auch den kurzen Rückblick in die vergangenen Jahrzehnte). Wer mehr Zeit hat: Auf jeden Fall die Infografiken mitnehmen. Und die Textabschnitte, die danach folgen, sind auch sehr spannend.
(Angesichts der oben angesprochenen Tatsache, dass das Einstellen von Nischenserien gerade ein Trend zu sein scheint, befürchte ich aber, dass die Bilanz für 2018 schlechter ausfallen könnte.)

Häh? Was? – Eine interessante Liste für „Friends“-Kenner*innen: „31 things that happened in ‚Friends‘ that make no sense now that I’m older“ (von „Buzzfeed“, natürlich).

Häh? Was? Achso! – Gerade in den vergangenen Monaten konnte der Eindruck entstehen, im Writers Room der „Simpsons“ könnte jemand in die Zukunft blicken (zwei Beispiele: Disney kauft Fox. Trump wird US-Präsident). Dass da natürlich keine übersinnlichen Fähigkeiten am Werk sind und wie solche Vorhersagen zustande kommen, erklärt Maya Salam von der „NY Times“.

Hörtipp: Gleich, wenn ich diese Serien-Linktipps fix und fertig verpackt, im Blog veröffentlicht und als Newsletter verschickt habe, werde ich in der herrlichen Wintersonne spazieren gehen und mir dabei folgende Deutschlandfunk-Nova-Sendung von voriger Woche anhören: „Eine Stunde Talk mit Sven Preger“ zum Thema wie Qualitätsserien auf uns wirken. Gesprächspartnerin ist die Psychologie-Professorin Svenja Taubner. Aus mehreren Gründen:
1. Sie ist Herausgeberin des Buchs „Von ‚Game of Thrones‘ bis ‚The Walking Dead‘ – Interpretation von Kultur in Serie“, das ich vor ein paar Monaten gelesen habe.
2. Ich habe sie auf der Liste als mögliche Gesprächspartnerin für meinen Podcast „Seriendialoge“.
3. Sven führt richtig gute Gespräche. 🙂

Und zum Schluss noch eine kleine News-Auswahl: 

  • Der österreichische Oscar-prämierte Regisseur Michael Haneke will eine Serie drehen, auf Englisch. Die Nachricht gibt’s hier, ein ausführliches Interview (kostenpflichtig) bei der „FAZ“.
  • Kaum veröffentlicht, schon verlängert: Amazon schickt „Pastewka“ in eine neunte Staffel. Lustig.
  • Der Wow!-Faktor für „Big Little Lies“ steigt ins Unermessliche: Meryl Streep wird bei der zweiten Staffel der HBO-Serie mitspielen. Spannend.
  • „Downton Abbey“-Macher Julian Fellowes arbeitet an einer neuen Historienserie. „The Gilded Age“ soll im New York der 1880er-Jahre spielen. Kostümiert.
  • Annette Frier und Christoph Maria Herbst sollen die Hauptrollen in einer neuen ZDF-Comedyserie spielen. Vielversprechend.
  • Katherine Heigl (Izzie Stevens aus „Grey’s Anatomy“) steigt in der achten Staffel von „Suits“ ein. Vorher war bekanntgeworden, dass die Hauptdarsteller Meghan Markle und Patrick J. Adams zur achten Staffel aussteigen. Personalwechsel.


(via Giphy)

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