Meine Serien-Linkliste der Woche (10)

Mein Mann fragt mich gerade, ob ich „Sense8“ wirklich nicht weitergucken wolle (er will nämlich jetzt die zweite Folge sehen, ich will aber diese Linkliste schreiben). Und ich nuschele ein „joa“ vor mich hin – ziemlich erleichtert, dass er mir die letzten zwanzig Prozent der Entscheidung abgenommen hat. 😉 Was das mit den folgenden Fundstücken zu tun hat? Nix. Trotzdem viel Vergnügen beim Lesen!→ weiterlesen

Der kleine Serientipp: die Tech-Satire „Silicon Valley“

Zum fünften Mal in Folge empfehle ich eine Comedy – das kann drei Dinge bedeuten: 1. Es gibt derzeit einfach sehr viele gute Comedy-Serien. Oder ich bin 2. gerade sehr zum Lachen aufgelegt. Oder 3. beides. Ich entscheide mich für Nummer 3. Und verspreche hiermit hoch und heilig, dass der nächste kleine Serientipp keine Comedy sein wird. Also, „Silicon Valley“. Diejenigen unter Euch, die meine Texte über Serien in den vergangenen eineinhalb Jahren gelesen haben, wissen vermutlich schon, dass ich die Comedy sehr gut finde. Für alle anderen wiederhole ich mich sehr gerne: „Silicon Valley“ ist toll! Und Ihr solltet sie alle gucken!

Worum geht’s?

Um einen dünnen, blassen, schüchternen Programmierer im Silicon Valley, der eine Idee für ein Start-up hat und diese mit ein paar Entwickler-Freunden umsetzen will. Am Programmieren-Können mangelt es Richard nicht, aber an Sozialkompetenz. Außerdem muss er einige Hürden überwinden, mit einem riesigen, fiesen Konzern konkurrieren, und er tritt zu allem Überfluss noch in zahlreiche Fettnäpfchen.

Warum sollte ich das gucken?

Obige Inhaltsangabe hört sich nach einer Schon-tausendmal-gesehen-Geschichte an: vermeintlich schwacher Held, Hürden, Hürden, Hürden, noch mehr Hürden, Endgegner, irgendwann Ziel. Vielleicht ist sie das auch. Aber sie ist so kenntnisreich  in Sachen Tech-Branche und gleichzeitig einfallsreich mit den unterschiedlichen Wendungen umgesetzt, dass es großen Spaß macht, der Handlung zu folgen. Die Dialoge sitzen, und man muss aufpassen, nicht zu lange zu lachen, weil man den nächsten Witz, die nächste Anspielung auf die Szene im Silicon Valley verpassen könnte. Dazu kommen tolle Charaktere, die für eine halbstündige Comedy überraschend tiefgründig sind, und eine wirklich herausragende Besetzung. Für eine Comedy ungewöhnlich: Ich bin sehr gespannt auf die dritte Staffel, das Finale von Staffel zwei Mitte Juni war nämlich nicht nur einfach großartig, sondern auch sehr überraschend, es endete mit einem echten Cliffhanger.

Wo kann ich „Silicon Valley“ sehen?

Die Serie ist von HBO, in Deutschland ist sie daher immer zuerst bei Sky zu sehen. Staffel eins gibt es mittlerweile aber auch bei Amazon Instant Video und iTunes. Und auf DVD.

Und hier ein kleiner Vorgeschmack:



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Meine Serien-Linkliste der Woche (8)

Ach, da bin ich ja mal wieder spät dran, diese Woche. Aber ich gelobe Besserung. Ich sitze gerade im Zug nach Berlin, wo ich an einer Veranstaltung von Hacks/Hackers teilnehme. Und ich hoffe sehr, dass ich noch Freitagabend ein kleines, feines WLan finde, um die Fundstücke zu veröffentlichen. 😉 Genug der Vorrede: Diese Woche gibt es ziemlich viel zum Nachdenken über das, was uns da seriell immer wieder beschäftigt.
(Quelle: Giphy.com)

Zuerst ein paar ganz aktuelle Themen:

Na, so schlimm war es doch gar nicht! – Da hat sich bei „Vox.com“ aber jemand sehr über die erste Folge der zweiten Staffel „True Detective“ geärgert – und mal eben die 31 lächerlichsten Momente aufgeschrieben. Ich finde zwar auch, dass die zweite Staffel im Vergleich zur ersten stark abfällt (meine Kritik findet Ihr hier: „Brauchen wir eine zweite Staffel ‚True Detective‘?“), aber eine Katastrophe war es nun auch nicht. Die Liste ist trotzdem sehr interessant – und wütend-witzig geschrieben. „The 31 most ridiculous moments of the ‚True Detective‘ premiere“

Gruselig-schön – Diese Woche ist bekannt geworden, dass NBC keine weitere Staffel „Hannibal“ zeigen wird. Kann ich nachvollziehen, ich hatte mich ohnehin gewundert, warum diese Pay-TV-Publikum-Serie bei einem Free-TV-Sender läuft. Dass das das Ende von „Hannibal“ ist, denke ich nicht: Bryan Fuller, Macher der Serie, hat schon durchblicken lassen, dass er sich die Serie auch woanders vorstellen kann. Und es gibt eine starke Fangemeinde, die für ein Pay-TV oder Streaming-Angebot durchaus attraktiv ist. „Buzzfeed“ hat natürlich schnell auf die Nachricht reagiert und eine gruselig-schöne Liste zusammengestellt: „15 perfect jokes that Hannibal Lecter told“

Ein paar nette „GoT“-Nachzügler – Nach „Game of Thrones“ ist vor „Game of Thrones“. Und deswegen wird auch eine Woche nach dem Finale noch eifrig spekuliert, was diverse Entwicklungen zu bedeuten haben und wie die Handlungssträngen weitergehen könnten. „Sueddeutsche.de“ hat ein paar Theorien zusammengestellt (ACHTUNG! SPOILER!): „Fan-Theorien zu ‚Game of Thrones‘: Verzwickt bis verrückt“
Wunderbar finde ich übrigens das, was die Kollegen von „Welt.de“ zum Finale gemacht haben: Einen Immobilien-Portfolio für einige der wichtigsten Gebäude auf Westeros, inklusive einer auf tatsächlichen Werten basierenden Preisschätzung. Durchklicken! Freuen! „Immobilienpreise in Westeros“

Häh? – Wer die Fragezeichen im Kopf nicht mehr los wird, wenn er oder sie „Sense8“ von den Wachowski-Geschwistern auf Netflix guckt, dem kann vielleicht dieser Text vom „Wall Street Journal“ helfen: „8 things to help you make sense of ‚Sense8′“

Jetzt die versprochenen Stücke zum Nachdenken:

Ah! – Warum nimmt die Darstellung von Gewalt gegen Frauen in Serien zu? Reine Sensationsgier? Oder eine längst fällige Auseinandersetzung mit einem gesellschaftlichen Problem? Sonia Saraiya, TV-Kritikerin bei „Salon.com“, hat einen sehr guten (leider auch sehr langen) Essay darüber geschrieben. LESEN!!! „The truth about TV’s rape obsession: How we struggle we the broken myths of masculinity; on screen and off“

Achso! – Ohne passenden Soundtrack ist die beste Serie nichts. Deswegen ist folgender Blick hinter die Kulissen von „A.V. Club“ sehr spannend: „An insider explains how songs get into TV songs and movies“

Echt? – Ich bin mit „Seinfeld“ nie warmgeworden, weshalb ich auch nur ganz wenige Folgen gesehen habe. Umso überraschter war ich daher, als ich auf den Text von „Vulture“ gestoßen bin, der darlegt, warum Jerry Seinfeld mit seiner Comedy-Serie wegweisend war:  „How Jerry Seinfeld changed modern comedy with ‚Seinfeld'“ 



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Amerikanische Begeisterung über deutsche Serie & „Game of Thrones“ meets „Peanuts“

Das Staffelfinale „Game of Thrones“ ist vorbei und natürlich ist das Netz voll von Deutungen, Empörungen und Kleinkram dazu. Ich hatte erst überlegt, eine „GoT“-Special-Edition der Fundstücke zu machen, habe mich aber dagegen entschieden – dafür sind die Dinge, die ich gefunden habe, dann doch zu ähnlich. Klar kommen auch Links zu Stücken über „GoT“ vor, aber ich habe auch ganz viele andere Dinge gefunden, die das Serienfan-Herz erfreuen und das Serienfan-Hirn zum Nachdenken bringen dürften.

(Quelle: giphy.com)

Ooooh! Deutsche Serie! – Ich bin mittlerweile gespannt wie ein Flitzebogen auf die deutsche Serie „Deutschland 83“. Und die Amerikaner, die ja das Vergnügen haben, das Werk vor uns zu sehen, loben sie über den grünen Klee – also, zumindest die US-Kritiker sind begeistert. Die „New York Times“ hat ein großes, begeistertes Stück über die Serie gebracht (einfach ignorieren, dass sich die Überschrift sehr nach Inhaltsangabe anhört und draufklicken):  „‚Deutschland 83‘, a Sundance TV series about an earnest Stasi spy“
Der von mir sehr geschätzte Alan Sepinwall ist bei „Hitflix“ ebenfalls hin und weg (und hat das auch in seiner Überschrift zum Ausdruck gebracht): „Ooooh, the Germans (aka why you should watch Sundance’s ‚Deutschland 83‘)“

Schöner Quatsch. – Neun verrückte Verschwörungstheorien zu Serien. Von „Mentalfloss“. Muss ich mehr sagen? Einfach hier klicken: „9 crazy conspiracy theories about tv shows“

Hm. – Amazon und Netflix haben ein Problem: Es gibt bei ihnen keine Uhrzeiten. Das meine ich ernst – denn was für die Zuschauer toll ist, ist für die Anbieter eine Herausforderung. Wie soll das Publikum von neuen und alten Serien bei ihnen erfahren? Thomas Lückerath von „DWDL.de“ ist der Frage nachgegangen: „Die Ansätze von Amazon und Netflix: Wie kommuniziert man non-lineares Programm?“

Die Dänen mal wieder. – Die Kollegen von „Fortsetzung.tv“ finden die dänische Produktion „1864“ gut. Und da ich gut finde, was die Kollegen machen, packe ich den Link zur Rezension hier rein (ohne die Serie selbst gesehen zu haben):  „(Anti-) Kriegsdrama auf dänische Art: ‚1864‘ auf arte“

Yeah Aristoteles, bitch! <= So würde es Jesse Pinkman formulieren. Ich schreibe es so. => Jetzt wurde endlich entschlüsselt, warum US-Serien so gut sind. Es ist ganz einfach: Man muss sich nur an Aristoteles orientieren. 😉 Philipp Reinartz dekonstruiert bei „Zeit Online“ gängige US-Serien. Und erklärt an den Beispielen „Breaking Bad“, „Fargo“, „Better Call Saul“ und „Homeland“, was das mit den Aristoteles’schen Regeln zu tun hat. Lesen! (Und danach schreiben wir alle zusammen eine richtig geile Serie!): „Serien: Verloren im Zauberwald“

Ohjemine – Das Staffelfinale von „Game of Thrones“ ist vorbei und ich bin – im Gegensatz zu sehr vielen anderen Zuschauern – ein bisschen erleichtert. Weil ich aber hier nicht spoilern will, verrate ich nicht, wieso. Das Internet quillt seit Montagfrüh über (ok, das ist jetzt doch leicht übertrieben) mit „GoT“-Kram, aber im Grunde ist das alles ziemlich ähnlich (auch das ist natürlich übertrieben, ich habe ja nicht alles gelesen, die Aussage bezieht sich nur auf das, was ich gesehen habe). Ich habe aus dem Wust vier Sachen herausgefischt: Drei Dinge sind nützlich, eins ist einfach schön.
Schön: „Buzzfeed“ hat „Game of Thrones“-Zitate in „Peanuts“-Comicstrips montiert. Das Ergebnis ist verblüffend: „18 great ‚Game of Thrones‘ quotes on ‚Peanuts‘ comics“
AB HIER FETTER SPOILER-ALARM! Wer nicht wissen will, wie das Finale ausgeht, sollte auf keinen Fall auf die Links klicken und auch nicht das Video anschauen!
Nützlich 1:
„Variety“ hat zusammengestellt, welche Figuren in Staffel 5 gestorben sind: „Who lived and died in ‚Game of Thrones‘ season 5“ 
Nützlich 2: „Wall Street Journal“ hat ein Interview mit David Nutter – Regisseur des Staffelfinales – geführt, in dem er einige Szenen der Folge erklärt:  „‚Game of Thrones‘ director on why one death wasn’t shown“
Nützlich 3: HBO hat ein Video rausgegeben, in dem sich die Showrunner David Benioff und D.B. Weiss zu den entscheidenden Szenen des Finales äußern.


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Der kleine Klassiker-Serientipp: die Nerd-Comedy „Spaced“

Schon wieder eine Comedy, aber dieses Mal eine, die bereits etwas älter ist: die britische Nerd-Comedy „Spaced“ von 1999 bis 2001. Ich finde es erstaunlich, dass ich nicht schon vor Jahren darüber gestolpert bin. Aber manchmal braucht es seine Zeit, bis man guten Stoff entdeckt.

Worum geht’s?
Der Comiczeichner/Comicladen-Mitarbeiter Tim (Simon Pegg) ist in London auf Wohnungssuche, da lernt er Daisy (Jessica Hynes) kennen, die ebenfalls dringend eine Bleibe braucht. Sie tun sich zusammen, geben sich als Pärchen aus – und finden eine Wohnung. Er ist ein klassischer Nerd – liebt Comics, Filme, Videogames -, dem gerade das Herz gebrochen wurde. Sie eine arbeitslose Journalistin, die große Träume hat und in einer unglücklichen Beziehung steckt. Ihr neuer Nachbar ist der Maler Brian, außerdem wohnt im Haus noch die Vermieterin Marsha. Regelmäßig kommt Tims bester Freund Mike (Nick Frost) vorbei. Jede einzelne dieser Figuren ist auf ihre Art schräg, und zusammen erleben sie merkwürdige Dinge, zum Schreien komisch erzählt. Huch, jetzt rutsche ich ja schon in die Warum sollte man das gucken?-Kategorie. Es fällt mir schwer, einfach nur zu beschreiben, worum es geht. Denn das ist bei dieser Serie nicht wirklich wichtig. Das Überraschende ist die Art, wie die Geschichten erzählt werden – mit einem Feuerwerk an Popkultur-Referenzen in Dialogen, ganzen Szenen, Kameraeinstellungen. Die Anspielungen sind so dicht und manche so fein, dass ich nicht alle verstanden hätte – wenn es da nicht das „Homage-O-Meter“ gegeben hätte. Untertitel, die die Referenzen nennen. Wie praktisch! Und bei dieser Serie sehr nötig. Aus einer Folge ist übrigens die Idee zu „Shaun of the Dead“ entstanden, der Zombie-Komödie von Simon Pegg und Nick Frost.

Wo kann man “Spaced” sehen?
Leider nur auf DVD. Aber die lohnt sich sehr! Und die bietet ja dann auch, wie oben angepriesen, das „Homage-O-Meter“.

Und hier ein kleiner Vorgeschmack:



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Muttersein als Schwäche und worum es bei „Game of Thrones“ wirklich geht

Muttersein wird zu oft als Schwäche dargestellt, warum es jetzt mal reicht mit den Reboots und worum es bei „Game of Thrones“ eigentlich geht (Hinweis: hat mit dem Klima zu tun) – diese und noch mehr sehr spannende und zum Denken anregende Stücke zu Serien. Zum Schluss gibt’s noch einen kleinen Blogtipp. Viel Vergnügen beim Lesen!→ weiterlesen