Meine Serien-Linktipps der Woche (24)

Die vergangenen Tage brachten tolle neue Serien. Und die nächsten Tage bringen einen tollen neuen Serien-Podcast. Ist das nicht wunderbar? Wer was warum und noch mehr, darum geht’s in den Serien-Linktipps.

(via Giphy)

Achtung, Eigenwerbung! – Ich starte am Freitag einen Serien-Podcast für „DWDL“. Juchhuu! Er heißt „Seriendialoge“. Menschen, die beruflich mit Serien zu tun haben, sprechen mit mir über die Serie, die selbst am faszinierendsten finden – und das sind Serien fernab von „Game of Thrones“, „Sherlock“ und Co.  Mein erster Gast ist Lars Weisbrod, Feuilleton-Redakteur bei der „Zeit“. Über welche Serie er sprechen wird, werde ich hier natürlich nicht verraten. Nur so viel: Sie war 1990 zum ersten Mal im TV zu sehen. Einen kleinen Teaser auf meinen Podcast findet Ihr hier.

Gutes Zeug I – Aziz Ansari hat eine Comedy-Serie gemacht, die alle ins Staunen versetzt – mich inklusive. „Master of None“ ist witzig, klug, tiefgründig, wunderschön und irgendwie auch politisch. Und obwohl die Serie erst seit Freitag auf Netflix zu sehen ist, gibt es schon einige tiefschürfende Texte dazu.
Wer noch gar nix davon gesehen hat, sollte diese begeisterte Kritik von Thomas Lückerath bei „DWDL“ lesen: „Ein Witz in jeder Beziehung“
Wer schon ein bisschen was oder alles gesehen hat, dem empfehle ich die folgenden drei Texte:
Alan Sepinwall bespricht bei „Hitfix“ jede einzelne der zehn Folge: „Reviewing Every Episode Of Aziz Ansari’s ‚Master of None‘ Season 1“
Bei „Vox.com“ werden die vier großen gesellschaftlichen Themen beleuchtet, die „Master of None“ behandelt: „‚Master of None‘, Netflix‘ Brilliant New Comedy, Is Immediately One Of TV’s Best Shows“ 
Und „A.V. Club“ greift das Rassismus-Problem in Hollywood auf, um das es in der Folge „Inder im Fernsehen“ geht: Während in der Story das Problem behandelt wird, zeigen die Produzenten in der Umsetzung von „Master of None“, wie man es richtig macht. „‚Master of None‘ Identifies Hollywood’s Race Problem And Does Something About It“ 

Gutes Zeug II – Auch auf einem deutschen Sender ist eine eigenproduzierte Serie gestartet, die sehr viele in Staunen versetzt hat: „Club der roten Bänder“ bei Vox. Diese ungewöhnliche Krankenhaus-Serie begeistert nicht nur die Kritiker, sondern offenbar auch die Zuschauer – die Quote war sehr gut. Zwei Texte sind lesenswert:
Hans Hoffs Kritik bei der „Süddeutschen Zeitung“:  „Das Fernsehen braucht diese Serie“
Thomas Lückeraths schreibt bei „DWDL“ darüber, warum diese Serie für den Sender Vox ein lohnenswertes Wagnis ist: „Vox sprengt die Fesseln des Schubladen-Denkens“ 

Echt? Oder absurd? – Eine Frage, die „The Walking Dead“-Gucker vermutlich hin und wieder beschäftigt: Wie realistisch ist die Zombie-Epidemie? „Quartz“ hat sich dieser Frage angenommen und nicht nur die Zombies von AMC, sondern auch noch andere Zombies in der Popkultur (Serien, Bücher, Filme, Games) genauer angeschaut. „World War Z“ schneidet da überraschend schlecht ab … „How Realistic Is ‚The Walking Dead‘? Ranking Pop Culture’s Worst Zombie Outbreaks“

Achso. – Das folgende „Variety“-Interview mit Johnny Galecki aus „The Big Bang Theory“ ist eigentlich eine Enttäuschung. Allerdings enthält sie einen interessanten Abschnitt: Galecki erklärt, warum er nicht Sheldon, sondern Leonard spielen wollte. Das ist gleich die zweite Frage, den Rest könnt Ihr Euch sparen. „Johnny Galecki On Choosing To Play Leonard Over Sheldon On ‚Big Bang Theory'“

Einfach mal machen! – In „Fargo“ 2 gibt es viele ungewöhnliche Figuren, aber eine fällt besonders auf: Mike Mulligan, gespielt von Bokeem Woodbine. Wer würde in einer Serie, die im Mittleren Western Ende der 70er spielt, eine farbige Figur mit einem irischen Namen erwarten, die zwar für die örtliche Mafia arbeitet, trotzdem kein simpler Haudrauf, sondern smart, witzig, manchmal philosophisch ist? Diese Besetzung widerspricht den Erwartungen und widerspricht damit auch dem, was Serien-Schaffende und Film-Schaffende normalerweise machen: Type-Casting, also die Schauspieler so auszuwählen, wie es die Zuschauer erwarten würden. Matt Zoller-Seitz hat sich für „Vulture“ Mike Mulligan genauer angeschaut und daraus abgeleitet, warum Type-Casting eigentlich längst überholt ist: „Why More Actors Should Be Cast Against Type“

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer sind die Bösesten im Land? – Vor ein paar Wochen rief „The Atlantic“ die Leser dazu auf, die bösesten Serien-Figuren zu nennen. Ich habe zwar hier in den Linktipps darauf hingewiesen, aber selbst das Mitmachen vergessen. Vermutlich hätte ich Moriarty aus „Sherlock“ nominiert, derzeit mein Lieblings-Bösewicht. Jetzt geht die Suche in die nächste Runde: Die Redaktion hat aus den Nennungen 32 Bösewichte ausgewählt, sie in vier Kategorien unterteilt. Und lässt sie jetzt nach und nach gegeneinander antreten, bewertet von den TV-Kritikern der Redaktion. Mein Favorit Moriarty musste sich zuerst gegen Claire Underwood aus „House of Cards“ durchsetzen (es war ein fieser Kampf!) und wartet jetzt auf sein Duell gegen Gemma Teller Morrow aus „Sons of Anarchy“. Das ganze ist wirklich sehr unterhaltsam gemacht, hier könnt Ihr reinschauen: „The Actual Worst“

Mehr Zuschauer! – Nächstes Jahr steigen die Reichweiten der deutschen Fernsehsender. Aber nicht, weil plötzlich wieder mehr Zuschauer vor den Fernsehern sitzen – sondern weil die Erfassung der Quoten verändert wird. Künftig werden nämlich auch Nicht-EU-Bürger dazugezählt, also zum Beispiel auch Türken, die in Deutschland leben. Und es ist wirklich absurd, dass die bisher nicht erfasst wurden. „DWDL“: „Wieso 2016 höhere TV-Reichweiten bringen dürfte“

Achso, dazu braucht mal also Produzenten! – „Splitsider“ hat sich mit folgender wichtiger Frage beschäftigt: Was macht eigentlich ein Produzent so den ganzen Tag? (Ich muss gestehen, dass ich mich das auch schon hin und wieder mal gefragt habe.) Und lässt die Comedy-Produzentin Priyanka Mattoo die Frage beantworten. Sehr erhellend! „What The Hell Does A Producer Actually Do?“

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